2024 gehörten Hitzeerkrankungen zu den fünf am häufigsten gemeldeten medizinischen Ereignissen unter aktiven US-Soldatinnen und -Soldaten. Nach mehreren Jahren rückläufiger Zahlen stiegen die Hitzschlagfälle wieder an. Ein umfassender internationaler Überblick, 2025 in Frontiers in Physiology veröffentlicht und von Forschenden der US Army, des französischen Militärs und weiterer Streitkräfte verfasst, fasst zusammen, was die Militärmedizin gelernt hat und wo entscheidende Lücken bleiben.

Das Ausmaß des Problems 2024

Laut einem Überwachungsbericht der Defense Centers of Public Health im Medical Surveillance Monthly Report (2025) lag die rohe Inzidenzrate des Hitzschlags unter aktiven US-Soldatinnen und -Soldaten 2024 bei 36,4 Fällen pro 100.000 Personenjahren. Die Raten der Hitzeerschöpfung waren noch höher: 183,9 pro 100.000 Personenjahre, mit einem Anstieg in jedem Jahr von 2020 bis 2024.

Wie Epstein, Charkoudian, DeGroot, Malgoyre, O'Connor et al. in ihrem internationalen Überblick von 2025 in Frontiers in Physiology festhielten, meldete die US Army einen Anstieg der Hitzeerschöpfungsfälle um 42 Prozent in den vergangenen drei Jahren. Die am stärksten gefährdeten Gruppen: Soldatinnen und Soldaten unter 20 Jahren, Angehörige von Marine Corps und Army sowie Rekruten in der Grundausbildung.

Warum militärisches Personal einem erhöhten Risiko ausgesetzt ist

Schutzausrüstung und Uniformen: Eine volle Einsatzlast kann die Fähigkeit des Körpers zur Wärmeabgabe um bis zu 50 Prozent verringern. Die thermische Last der Schutzausrüstung wird durch Fitness nicht ausgeglichen.

Anhaltende hochintensive Belastung ohne Tempokontrolle: Taktische Übungen und Ausdauermärsche lassen keine Anpassung an das Wärmeempfinden zu. Soldatinnen und Soldaten sind darauf trainiert, Unbehagen zu überwinden, was die frühen neurologischen Zeichen eines EHS maskieren kann.

Kultureller Leistungsdruck: Untermeldung ist eine bekannte Dynamik in der militärischen Ausbildung. Wer Verwirrtheit oder Orientierungslosigkeit erlebt, meldet dies möglicherweise nicht selbst.

Einsatzumgebungen mit extremer Hitze: Einsätze in subtropischen oder Wüstengebieten halten eine erhöhte äußere Wärmelast aufrecht, unabhängig vom Belastungsgrad.

Was jede Sanitäterin und jeder Sanitäter sofort erkennen muss

Belastungsbedingter Hitzschlag erfordert zwei gleichzeitige Kriterien:

  1. Körperkerntemperatur über 40 °C, rektal gemessen
  2. Neurologische Zeichen: Verwirrtheit, Orientierungslosigkeit, Bewusstlosigkeit, Krampfanfälle, Ataxie, irrationales Verhalten

Die Feldregel ist absolut: Jede Soldatin und jeder Soldat, die oder der während oder unmittelbar nach körperlicher Anstrengung kollabiert, muss als mutmaßlicher EHS-Fall behandelt werden. Die Rektaltemperatur ist der Referenzstandard. Ohr- und Stirnthermometer sind nicht zuverlässig genug, um die Diagnose zu bestätigen oder auszuschließen.

Das Behandlungsprotokoll: Cool First, Transport Second

Die Clinical Practice Guideline for the Prevention, Diagnosis, and Management of Exertional Heat Illness des US-Militärs (CHAMP/USUHS, Juni 2024) ist eindeutig: Die Referenzbehandlung des EHS ist die sofortige Ganzkörper-Kaltwasserimmersion.

Die Defense Health Agency formulierte es in einem Artikel auf army.mil vom Juni 2025 direkt: Es gebe inzwischen Belege dafür, dass die sofortige Kühlung einer Hitzschlagpatientin oder eines Hitzschlagpatienten im Feld, noch vor dem Transport zur weiteren medizinischen Behandlung, Leben retten kann.

Das Protokoll lautet Cool First, Transport Second. Die medizinische Evakuierung darf die aktive Kühlung weder verzögern noch unterbrechen. Ziel: Rektaltemperatur unter 38,9 °C.

Methode Kühlrate (umgerechnet aus den Angaben der Leitlinie) Feldtauglichkeit
Ganzkörper-Kaltwasserimmersion ca. 0,19 bis 0,22 °C/min Ja, mit geeigneter Ausrüstung
Eislaken-Methode ca. 0,15 bis 0,25 °C/min Ja, leicht und packbar
Nasse Tücher mit Ventilation ca. 0,03 bis 0,06 °C/min Als Primärbehandlung unzureichend
Eispackungen an Achsel und Leiste ca. 0,04 bis 0,07 °C/min Nur ergänzend

Prävention: was die internationale Forschung empfiehlt

Der internationale Überblick von Epstein et al. (2025) fasst die Evidenzbasis zusammen:

Die Logistiklücke: Ausrüstung am Ort des Bedarfs

Der internationale Überblick ist eindeutig: Das wichtigste verbleibende Hindernis für eine wirksame EHS-Behandlung im militärischen Umfeld ist nicht das Wissen, sondern die Verfügbarkeit der Ausrüstung am Ort des Bedarfs. Eine Kühlwanne, die im Sanitätsdepot bleibt, kann einem Soldaten nicht helfen, der auf dem Übungsplatz kollabiert.

Quellen


Kollder ist die Notfall-Kühlwanne, die überall stabil steht, mit Platz für bis zu 2 Personen bei gleichzeitiger Immersion.

Angebot anfordern

Weiterführende Informationen

Kollder ist die Notfall-Kühlwanne für Stabilität, faltbar für den Transport und mit Platz für 2 Personen gleichzeitig.

Angebot anfordern