Die Immersionstaufe steht im Zentrum der baptistischen Praxis und vieler evangelikaler und pfingstlicher Gemeinden. Wer ihren Ursprung und ihre Bedeutung kennt, versteht besser, warum sich heute so viele Gemeinden ausrüsten möchten, um sie würdig zu feiern.

Eine Praxis mit biblischer Grundlage

Die Taufe durch Untertauchen verweist auf die Taufe Johannes des Täufers im Jordan und auf die Praxis der Apostel in der frühen Kirche. Für die Gemeinden, die sie praktizieren, macht das vollständige Untertauchen den Übergang vom Tod zum Leben sichtbar, wie ihn die Briefe des Neuen Testaments beschreiben: Der Täufling taucht unter und wird wieder aufgerichtet, ein Bild für Begräbnis und Auferstehung, verbunden mit der Bekehrung.

Die Glaubenstaufe, eine theologische Unterscheidung

In der baptistischen Tradition und in weiten Teilen der Freikirchen wird die Taufe Menschen gespendet, die ihren Glauben persönlich bekennen, in der Regel Jugendlichen oder Erwachsenen. Das unterscheidet sie von der Säuglingstaufe durch Übergießen in anderen christlichen Traditionen. Dieses Verständnis der "Glaubenstaufe" erklärt, warum das vollständige Untertauchen in diesen Gemeinden der Standard bleibt: Der Ritus begleitet eine persönliche, öffentliche Glaubensentscheidung und nicht nur eine Handlung bei der Geburt.

Eine Praxis, die das Gemeindeleben prägt

Über die theologische Dimension hinaus spielt die Immersionstaufe eine zentrale Rolle im Leben der Gemeinden. Sie ist meist ein öffentlicher Moment vor der versammelten Gemeinde und markiert einen gemeinsam anerkannten Schritt auf dem Glaubensweg eines Mitglieds. Manche Gemeinden taufen lieber häufiger, statt alle Taufen in einem großen jährlichen Fest zu bündeln, um die Praxis besser in den natürlichen Rhythmus des Gemeindelebens einzubinden.

Freikirchen im deutschsprachigen Raum

In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird die Glaubenstaufe vor allem in den Freikirchen gefeiert: Baptisten, Brüdergemeinden, Mennoniten, Pfingstgemeinden und viele unabhängige evangelikale Gemeinden. Allein der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG), der größte baptistische Gemeindebund in Deutschland, zählt rund 800 Gemeinden. Hinzu kommen zahlreiche neu gegründete Gemeinden und Migrationsgemeinden, die sich in angemieteten Sälen, Gemeindezentren oder ehemaligen Gewerberäumen treffen. Räume, die nie für einen Gottesdienst geplant wurden, haben selten ein eingebautes Taufbecken. Genau deshalb ist mobile Taufausrüstung für eine wachsende Zahl von Gemeinden zu einem konkreten Thema geworden.

Weiterführende Informationen


Quellen: Neues Testament (Römer 6,3-4; Matthäus 3,13-17), Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (BEFG).

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